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the.drop KW30

Hakim atmet Geister, Payton ehrt die Blaupause, WILLOW hört auf sich zu beweisen

KW30. Nick Hakim verschwindet für vier Jahre und kommt mit einem Album zurück, das sich anfühlt wie ein Geisterfoto aus einem anderen Jahrzehnt.

Nick Hakim — I Can See
Nick Hakim — I Can See

Album der Woche

Nick Hakim

I Can See
Neo-Soul / Experimental R&B · Earseed · VÖ: 24.07.
4.5 /5
Vier Jahre Stille, dann zwölf Tracks, die klingen, als würden sie durch eine Wand aus Nebel und Erinnerung zu dir durchdringen.
Nick Hakim hat dieses Album nicht geschrieben, er hat es herbeigeatmet. Co-produziert mit Andrew Sarlo (Bon Iver, Dijon), klingt „I Can See“ wie alte Schallplatten und Hologramme gleichzeitig. Hakim singt mit einem Falsett, das an die besten Momente von Michael Jackson erinnert, aber die Songs bewegen sich in Räumen, die eher an How To Dress Well oder frühen D’Angelo denken lassen. „The Reason“, mit Vocals von Moses Sumney und June McDoom, ist der emotionale Kern: Gitarren-getrieben, körnig, direkt. Das Album entstand nach dem Ende einer Beziehung und eines Plattenvertrags, und man hört beides. Was Hakim daraus macht, ist keine Trauerarbeit, sondern Transformation. Stereogum hat es zum Album der Woche gewählt, und das ist nicht übertrieben.
Highlight
The Reason (feat. Moses Sumney & June McDoom)
Für Fans von
How To Dress Well, Moses Sumney, Dijon, D’Angelo

Nicholas Payton & Butcher Brown

A Supreme Blue
Jazz · Concord Jazz · VÖ: 24.07.
4.0 /5
Kind of Blue trifft A Love Supreme, neu gedacht von einer Band, die beides liebt, aber keines davon kopieren will.
Es braucht Mut, sich Miles Davis und John Coltrane gleichzeitig vorzunehmen. Nicholas Payton bringt die Trompete, Butcher Brown aus Richmond den Groove. Was dabei entsteht, ist kein Tribute-Album und kein akademisches Experiment, sondern Musik, die ihre Quellen ernst nimmt und trotzdem eigene Wege geht. Die Liner Notes hat Ashley Kahn geschrieben, der Autor der Standardwerke zu beiden Originalalben. Paytons Spiel ist präzise und warm zugleich, und Butcher Brown spielen mit einer Lockerheit, die man selten hört, wenn es um heilige Kühe geht. Nicht jeder Track erreicht die Höhe der Vorlage, aber das ist auch nicht der Punkt.
Highlight
Blue in Green
Für Fans von
Robert Glasper, BadBadNotGood, Kamasi Washington

WILLOW

The Thread
Jazz / Soul / Folk · Three Six Zero · VÖ: 24.07.
4.0 /5
Neuntes Album, und zum ersten Mal klingt WILLOW so, als hätte sie aufgehört, sich beweisen zu müssen.
WILLOW hat in den letzten Jahren mehr Genre-Sprünge gemacht als die meisten Künstler in einer ganzen Karriere. „The Thread“ ist anders. Produziert mit Chris Greatti, baut das Album auf Fingerpicking, gedämpfter Percussion und warmen Basslinien. Keine überdimensionierten Refrains, keine abrupten Stilwechsel. Die Songs entfalten sich mit einer Ruhe, die man von ihr nicht erwartet hätte. Thematisch geht es um Spiritualität, das Göttlich-Weibliche und die Verbindung zu etwas Größerem. Das klingt auf dem Papier prätentiös, funktioniert aber, weil die Musik nie predigt. Sie atmet einfach.
Highlight
Talk on the Hill
Für Fans von
Esperanza Spalding, Solange, Arlo Parks
Songs der Woche
Charli xcx
Rock Music
Aus: Music, Fashion, Film · Atlantic · VÖ: 24.07.
Nach „Wuthering Heights“ (kw07) liefert Charli xcx ihr siebtes Album. „Rock Music“ ist die schärfste Single daraus: verzerrte Gitarren, digital zerhackte Vocals, ein Text über Identitätsverlust in der Öffentlichkeit. A. G. Cook und Finn Keane produzieren, und das Ergebnis klingt wie Pop, der sich selbst nicht mehr traut.
Josh da Costa
Skygirl
Aus: New Wave Graveyard · Stones Throw · VÖ: 24.07.
Solo-Debüt auf Stones Throw, konzipiert als „Greatest Hits aus einem Paralleluniversum“. „Skygirl“ ist der Track, der hängenbleibt: verträumter Indie-Pop mit einer Melodie, die sich anfühlt, als würde man sie schon seit Jahren kennen. Da Costa schreibt Songs über zerbrochene Herzen, vor allem sein eigenes.
Marco Benevento feat. Marianne Mirage
Turandot
Aus: Glera · Big Crown Records · VÖ: 24.07.
Das Big-Crown-Debüt des Keyboarders pendelt zwischen Jazz, Soul und italienischem Filmmusik-Flair. „Turandot“ mit der italienischen Sängerin Marianne Mirage bewegt sich irgendwo zwischen Portishead und Serge Gainsbourg. Cinematisch, langsam, mit einem Piano, das mehr sagt als jeder Text.
Radar
Foodman — HIKARIGASASHIKOMU
Experimental / Footwork · Hyperdub
Der Titel bedeutet „Licht scheint herein“. Foodmans erstes Album mit eigenen Vocals, chaotischer und persönlicher als „Yasuragi Land“. Hyperdub in Bestform.
★★★★
Corey King — Change the Wind
Jazz / Soul · Western Vinyl
Grammy-Gewinner (Esperanza Spalding), Kollaborateur von Bonobo und DJ Premier. Ein Album über Vaterschaft und Verletzlichkeit, das zwischen intimer Kammer-Besetzung und vollem Band-Sound pendelt.
★★★½
Cody Currie — Cherry
House / Disco · Toy Tonics
Der Australier liefert auf dem Berliner Label Toy Tonics ein Album ab, das nach Sonne und später Nacht gleichzeitig klingt. Leichtfüßiger House mit Disco-Samples und einer Produktion, die nie zu viel will.
★★★½
Robyn Hitchcock — The Confuser
Indie / Psych-Pop · Tiny Ghost
25. Album, aufgenommen in Nashville mit Gillian Welch als Gast. Hitchcock macht weiter, was er immer gemacht hat: skurrile Songs über Tod, Verfall und Schmetterlinge. Kritiker-Score 82 bei Album of the Year.
★★★½
Punch Brothers — The Unsung Adventures of Punch Brothers
Instrumental / Progressive Bluegrass · Nonesuch
Erstes rein instrumentales Album der Band um Chris Thile. Aufgenommen in Vermont, elf Tracks zwischen Tradition und Grenzüberschreitung. Akustische Musik, die sich anfühlt wie eine Achterbahnfahrt.
★★★½
as.if.radio
Neu auf as.if.radio
Nick Hakim — „Real Here Now“
Geistermusik im besten Sinne. „Real Here Now“ schwebt durch den Raum, Hakim singt über Begegnungen mit Verstorbenen, und die Produktion löst sich fast auf. Läuft auf as.if.radio seit heute Morgen.
the.drop — wöchentlich auf as.if.records/sounds
Recherchiert mit KI-Werkzeugen, redaktionell verantwortet von as.if.records. Wie das läuft

Wir sind ein kleines Team und machen trotzdem jeden Tag Journal. Das geht, weil Werkzeuge die Fleißarbeit übernehmen: Quellen durchgehen, Zahlen gegenprüfen, Rohfassungen bauen.

Was die Werkzeuge nicht machen: entscheiden, worüber wir schreiben, wie wir eine Platte finden und was am Ende rausgeht. Das bleibt in der Redaktion. Bilder von echten Menschen sind echte Fotos, nie generiert.

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