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the.drop kw09 — GENA verschmelzen Detroit mit Dallas, Mitski zieht sich zurück, Gorillaz trauern

GENA, Mitski, Gorillaz — plus Tom Misch, RAYE und 5 weitere auf dem Radar.

GENA — The Pleasure Is Yours
GENA — The Pleasure Is Yours

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Album der Woche

GENA

The Pleasure Is Yours
Neo-Soul / Experimental Beats · Stones Throw · VÖ: 28.02.
4.5 /5
Liv.e und Karriem Riggins als GENA: 16 kurze Skizzen, die sich zu einem hypnotischen Ganzen verdichten. Detroit-Schlagzeug trifft Dallas-Soul, und mittendrin liegt ein Album, das gleichzeitig zerbrechlich und rhythmisch unaufhaltsam klingt.
Karriem Riggins kennt man als Drummer hinter J Dilla, Common und Erykah Badu. Liv.e hat sich mit zwei Solo-Alben als eine der eigenwilligsten Stimmen zwischen Neo-Soul und experimentellem R&B etabliert. Zusammen funktionieren sie wie ein Gespräch: seine trockenen, knackigen Beats und ihre verschlafene, brüchige Stimme umkreisen einander, ohne sich je in den Weg zu kommen. 16 Tracks in 38 Minuten, keiner länger als drei Minuten. Das klingt nach Skizzenbuch, ist aber in Wirklichkeit ein Album, das seine Fragmente mit chirurgischer Präzision anordnet. „Unspokern“ ist der stille Höhepunkt: Wurlitzer, eine dahinschmelzende Bassline und Liv.e, die klingt, als würde sie direkt aus dem Halbschlaf singen.
Highlight
Unspokern
Für Fans von
Madlib, Erykah Badu, Georgia Anne Muldrow, Knxwledge

Mitski

Nothing’s About to Happen to Me
Art-Rock / Indie · Dead Oceans · VÖ: 28.02.
4.0 /5
Mitskis achtes Album ist ein Konzeptwerk über eine Einsiedlerin, die sich komplett zurückzieht. 35 Minuten Innenschau, orchestral arrangiert und merkwürdig schön.
Die Geschichte: eine Frau kapselt sich ab, verliert den Kontakt zur Außenwelt. Was als Indie-Rock-Platte anfängt, mutiert über 13 Songs zu etwas Bedrohlichem. Streicher schwellen an, Synthesizer summen in den Ecken, und Mitskis Stimme pendelt zwischen Flüstern und Schreien. Die Produktion von Patrick Hyland ist dichter als auf „The Land Is Inhospitable“ und lässt trotzdem Luft. „Bug Like an Angel“ war der Vorbote, aber der eigentliche Kern liegt in den ruhigeren Stücken der zweiten Hälfte, wo die Musik fast zum Stillstand kommt und die Texte dafür umso deutlicher werden.
Highlight
Bug Like an Angel
Für Fans von
Björk, Japanese Breakfast, Big Thief, Weyes Blood

Gorillaz

The Mountain
Art-Pop / Electronic / World · Kong · VÖ: 27.02.
4.0 /5
Das neunte Gorillaz-Album verarbeitet Trauer. 2024 starben die Väter von Damon Albarn und Jamie Hewlett. Das Ergebnis ist ihr persönlichstes und vielleicht ambitioniertestes Werk.
In kw08 hatten wir „The Happy Dictator“ als Song der Woche. Jetzt ist das ganze Album da, und es klingt anders als erwartet. Anoushka Shankars Sitar zieht sich wie ein roter Faden durch die Platte, posthume Aufnahmen von Bobby Womack und Tony Allen geben dem Ganzen Gewicht. Das ist keine Party-Platte, sondern ein Album über Verlust, das sich hinter Afrobeat-Grooves und indischen Ragas versteckt. Manchmal wird es zu viel auf einmal. Aber wenn es funktioniert, wie auf „Orange County“ mit Bizarrap und Kara Jackson, klingt es nach Gorillaz, die zum ersten Mal nichts beweisen müssen.
Highlight
Orange County (feat. Bizarrap, Kara Jackson & Anoushka Shankar)
Für Fans von
Blur, Massive Attack, Little Dragon, Unkle
Songs der Woche
Tom Misch
Slow Tonight
Vorab-Single von Full Circle · Beyond The Groove / AWAL · 24.02.
Warme Gitarren, ein Beat der sich zurücklehnt, und Mischs Stimme irgendwo zwischen Flüstern und Singen. Kein Trick, keine Überraschung.
RAYE
Nightingale Lane.
Vorab-Single von This Music May Contain Hope · Human Re Sources · 25.02.
Klavier, Streicher, RAYEs Stimme in Großaufnahme. Produziert mit Tom Richards, dem Mann hinter dem Debüt.
Laufey
How I Get
Vorab-Single von A Matter of Time (Deluxe) · AWAL / Vingolf · 26.02.
Produziert mit Spencer Stewart und Aaron Dessner. Man hört Dessners Handschrift: das Arrangement ist voller als sonst, die Gitarren haben mehr Kante.
Radar
Carpenter Brut — Leather Temple
Synthwave / Dark Electronic
Abschluss der Leather-Trilogie. Rein instrumental, knallharter Synthwave mit Metal-Einschlag. Wer Perturbator oder Kavinsky mag, wird hier bedient.
4.0
Iron & Wine — Hen’s Teeth
Folk / Jazz · Sub Pop
Achtes Album, inspiriert von Van Morrisons „Astral Weeks“. Sam Beam bewegt sich Richtung Folk-Jazz mit tropischen Untertönen.
4.0
Bruno Mars — The Romantic
Pop / R&B
Erstes Soloalbum seit zehn Jahren. Neun Songs in 30 Minuten. Mars zurück bei dem, was er am besten kann: kompakte Pop-Perfektion mit R&B-Fundament.
3.5
Bill Callahan — My Days of 58
Roots-Rock / Americana · Drag City
Callahans Bariton über Pedal Steel und Roots-Rock. Ruhig, präzise, kein Wort zu viel.
3.5
as.if.radio
Neu auf as.if.radio
Tom Misch — „Slow Tonight“
Warme Gitarren, ein Beat der sich zurücklehnt, und Mischs Stimme irgendwo zwischen Flüstern und Singen. Läuft auf as.if.radio seit Donnerstag.
the.drop — wöchentlich auf as.if.records/sounds
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