the.drop kw12 — Ives tanzt allein, Ladytron zurück im Club, Isley schläft nicht
Grace Ives, Ladytron und Alex Isley — plus Anna Calvi mit Iggy Pop, Earl Sweatshirt und 5 weitere auf dem Radar.

Drei Jahre weg, ein Albumtitel wie ein Schlag in die Magengrube — und dann ist die Musik darunter besser als erwartet.
„On The Floor“ zeigt, wie sicher Grace Ives inzwischen mit Dynamik umgeht: leise Strophe, raumfüllender Refrain, kein Zwischenteil, der nicht trägt. Was auffällt: Ives singt hier nicht über sich selbst im üblichen Indie-Sinne. Die Songs handeln von Beziehungsdynamiken, die man selten so direkt hört. „Girlfriend“ klingt größer produziert als „Janky Star“, klarer strukturiert, aber nicht weniger persönlich. Nicht jeder Track auf dem Album ist gleich stark — „Tele“ verliert sich etwas in seiner eigenen Produktion —, aber wenn es funktioniert, wie auf „Loose“ oder dem Titeltrack, dann ist das so gut wie alles, was dieses Jahr bisher aus dem Art-Pop-Bereich kam.
Highlight
On The Floor
Für Fans von
Vagabon, Jay Som, Frankie Cosmos
Ladytron
Paradises
Electro-Pop / Nettwerk · VÖ: 20.03.
4.0
/5
Acht Alben und das erste Mal seit Light & Magic klingt Ladytron wieder wie eine Band, der man im Club begegnen will.
Ladytron waren nie weg, aber sie waren lang nicht so da wie hier. „Paradises“ ist ihr achtes Album, und es klingt wie eine Band, die nicht mehr beweisen muss, dass sie relevant ist. Helen Marnie und Mira Aroyo wechseln sich am Mikrofon ab wie früher, aber die Produktion — Daniel Hunt und Reuben Wu — ist dichter und gleichzeitig kontrollierter. „I Believe in You“ ist die offensichtliche Single, aber „Misery Remember Me“ und „Faces“ sind die stärkeren Tracks. Was das Album von den letzten drei unterscheidet: es will nicht mehr alles gleichzeitig sein. Ein klarer Sound, elf Tracks, kein Filler.
Highlight
Misery Remember Me
Für Fans von
Goldfrapp, CHVRCHES, Depeche Mode
Alex Isley
When The City Sleeps
Neo-Soul / R&B · Free Lunch / Warner · VÖ: 20.03.
4.0
/5
Das Major-Label-Debüt einer Frau, die lange genug gewartet hat bis das Umfeld stimmt.
Alex Isley ist die Tochter von Ernie Isley und hat sich in den letzten fünf Jahren mit EPs und Features eine Hörerschaft aufgebaut, die genau weiß, was sie kann. „When The City Sleeps“ ist ihr erstes Album auf einem Major — Free Lunch via Warner — und es klingt nicht nach Label-Kompromiss. Die Produktion hält sich zurück: Rhodes, Bass, Drums, Isleys Stimme. „Mahal“ und „Uphill“ funktionieren, weil sie Raum lassen. „Ain’t Got No Love“ mit Robert Glasper zeigt, dass sie weiß, wie man einen Feature-Gast einbindet ohne den eigenen Song zu verlieren. Einige Stücke im Mittelteil verschwimmen etwas ineinander, aber das ist ein Debüt, das weiß, was es sein will.
Highlight
Mahal
Für Fans von
Snoh Aalegra, Ravyn Lenae, Sabrina Claudio
Songs der Woche
Anna Calvi feat. Iggy Pop
God’s Lonely Man
Aus: Is This All There Is? EP · Domino · VÖ: 20.03.
Zwei Minuten dreiundvierzig, die sich anfühlen wie ein ganzer Film. Calvi lässt die Gitarre schreien, Iggy spricht den inneren Zerstörer — roh, direkt, ohne Umwege. Das Beste, was diese Woche rausgekommen ist.
Earl Sweatshirt, MIKE & SURF GANG
Earth
Vorab-Single aus: POMPEII // UTILITY · 10k/Tan Cressida · Album: 03.04.
Die Doppelsingle „Minty // Earth“ kündigt ein 33-Track-Doppelalbum an. „Earth“ ist Earls Hälfte: Harrison-Produktion, Loop-basiert, Stimme tief im Mix. Ein Track, der erst beim dritten Hören seine Schichten offenlegt.
Foo Fighters
Caught in the Echo
Zweite Single der neuen Ära · VÖ: 20.03.
Grohl gibt Gas, ohne zu überdrehen. „Caught in the Echo“ klingt nach einer Band, die weiß, dass sie nichts mehr beweisen muss — und genau deshalb funktioniert der Track.
Radar
Kwes — Kinds
Ambient / Elektronik · Warp Records
Kwes’ erstes Soloalbum seit acht Jahren: meditative Minimal-Electronics, Shoegaze-Textur, klassische Kompositions-Elemente. „Blue White Cyan“ ist der Track der bleibt.
Band of Horses — Everything All The Time (20th Anniversary)
Indie Rock · Sub Pop
Das Debüt von 2006, vollständig remastered, Bonus-LP mit Raritäten und Live-Material. „The Funeral“ klingt nach 20 Jahren immer noch nicht fertig.
Mclusky — i sure am getting sick of this bowling alley
Noise-Rock · Sargent House
Sechs Tracks, Welsh Noise-Rock: laut, sarkastisch und komplett uninteressiert an deiner Meinung. Die Band klingt zehn Jahre nach der Reunion immer noch wie beim ersten Mal.
The Dandy Warhols — Pin Ups
Psychedelic Rock / Covers · Beat The World
Covers von Einflüssen und alten Tribute-Beiträgen. „Let’s Spend the Night Together“ funktioniert besser als erwartet. Für Fans ein netter Nebenraum.
Leila Bordreuil + Kali Malone — Music for Intersecting Planes
Experimentell / Drone
Aufgenommen bei Kerzenlicht in einem Schweizer Tempel, ein Track über 48 Minuten. Cello-Drone und Orgeltöne. Für den Moment, wenn man bereit ist.
as.if.radio
Neu auf as.if.radio
Ladytron — „I Believe in You“
Der erste Vorgeschmack auf „Paradises“, ihr achtes Album. Synthie-Pop wie 2002, nur mit dem Wissen von 2025. Läuft auf as.if.radio seit Donnerstag.
the.drop — wöchentlich auf as.if.records/sounds






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