the.noise — kw13: Calvi holt Iggy Pop ins Studio, Ladytron pressen Doppel-LP, Downtown Boys kehren zurück
Anna Calvi versammelt Iggy Pop und Laurie Anderson auf einer EP-Trilogie, Avalon Emerson verarbeitet fünf Jahre Nomadenleben, Ladytron pressen 73 Minuten auf Doppel-LP und Downtown Boys kommen nach neun Jahren Stille zurück.

01
EP
Foto: p_a_h / CC BY 4.0
Anna Calvi holt Iggy Pop, Laurie Anderson und Matt Berninger auf eine EP
Anna Calvi hat am 20. März „Is This All There Is?“ veröffentlicht — eine Vier-Track-EP, die den Auftakt einer Trilogie bildet. Die Besetzungsliste liest sich wie ein Wunschzettel: Iggy Pop singt auf „God’s Lonely Man“, Laurie Anderson erscheint auf „Computer Love“, Perfume Genius auf „I See A Darkness“ und Matt Berninger von The National auf dem Titeltrack. Nach ihren Arbeiten am Peaky-Blinders-Soundtrack und einer Oper mit Robert Wilson ist das hier Calvis Rückkehr zum Song — inspiriert davon, Mutter geworden zu sein. „Ich wollte die grundlegendste menschliche Frage stellen“, sagt sie. Domino Records.
02
Album
Foto: ManoSolo13241324 / CC0
Avalon Emerson tanzt sich durch fünf Jahre Ortswechsel
„Written Into Changes“ heißt das zweite Album unter dem Charm-Banner, erschienen am 20. März auf Dead Oceans. Produziert hat Emerson zusammen mit Bullion und Rostam Batmanglij — der eine kommt von Nilüfer Yanya, der andere von Vampire Weekend. Zehn Tracks, die fünf Jahre Umzüge zwischen Berlin, Los Angeles und New York verarbeiten. Band-getrieben, aber groove-lastig. Die DJ-Vergangenheit hört man, den Songwriter-Anspruch auch.
03
Album
Foto: monophonic.grrrl / CC BY-SA 2.0
Ladytron liefern 73 Minuten Synthpop auf Doppel-LP
„Paradises“, Album Nummer acht, ist seit dem 20. März draußen. 16 Tracks, Doppel-LP, und laut Pressetext das tanzbarste Album seit „Light & Magic“ von 2002. Ladytron graben sich durch späte Achtziger- und Neunziger-Dance-Stile, von tropischen Inseln bis zu verlorenen Kopfsteinpflasterstraßen. Die Kritik sagt: Einzeln betrachtet bauen die Songs jeweils eigene Welten. In der Summe hätte das Album aber ein Viertel weniger vertragen. Nettwerk Records.
Zahl der Woche
1.042.900.000 $
So viel Umsatz machten Vinyl-Platten 2025 allein in den USA — erstmals seit 1983 über einer Milliarde Dollar. Das 19. Wachstumsjahr in Folge. Weltweit stiegen die Vinyl-Umsätze um 13,7 Prozent, während Streaming mit 837 Millionen zahlenden Abonnenten inzwischen 69,6 Prozent der globalen Musikeinnahmen ausmacht. Die Gesamtumsätze der Musikindustrie: 31,7 Milliarden Dollar.
04
Album
Foto: hinnk / CC BY-SA 3.0
Downtown Boys melden sich nach neun Jahren zurück
Erstes Album seit dem Sub-Pop-Debüt „Cost of Living“ von 2017: „Public Luxury“ erscheint am 26. Juni, wieder auf Sub Pop. Die erste Single „No Me Jodas“ startet mit schreiendem, stampfendem Intro und kippt dann in einen Surf-Punk-Partyjam. Elf Tracks, produziert von Gitarrist Joey La Neve DeFrancesco und Seth Manchester in Pawtucket, Rhode Island. Headlining-Shows laufen bereits.
05
Album
Foto: Dan A. Nachtnebel / CC BY 2.0
Darkthrone feiern 40 Jahre mit Album Nummer 21
„Pre-Historic Metal“ erscheint am 8. Mai auf Peaceville. Fenriz und Nocturno Culto sind seit 1986 dabei, damals noch unter dem Namen Black Death. Acht Tracks, aufgenommen in den Chaka Khan Studios in Oslo. Das Album schickt sich an, Thrash, Black, Heavy und Doom Metal in eine einzige Odyssee zu packen. Wer den Vorgänger „It Beckons Us All“ von 2024 mochte, bekommt hier die nächste Runde.
Post von Paula
Talking Heads — Demos aus dem Keller
Ich hatte letzte Woche die „Tentative Decisions“-Box in der Hand. Drei CDs, Talking Heads zwischen 1975 und 1977, bevor Jerry Harrison dazukam. Demos für CBS Records, Livemitschnitte aus dem Max’s Kansas City und dem Jabberwocky Club in Syracuse.
Man hört David Byrne, Chris Frantz und Tina Weymouth, wie sie ihren Sound zusammenbauen. Das ist keine Nostalgie-Übung. Das ist Archivarbeit, die zeigt, wie schnell sich ein Trio radikalisieren kann — in zwei Jahren von nervigem Art-School-Kram zu „Psycho Killer“.
Was mich an solchen Boxsets fasziniert: Man hört die Unsicherheit. Die frühen Demos klingen dünn, die Arrangements sind provisorisch, Byrne singt noch nicht so, wie wir ihn kennen. Und genau das ist der Punkt. Bevor eine Band gut wird, muss sie durch eine Phase, in der sie es noch nicht ist. Rhino Records hat das Ganze als erweiterte Version der Record-Store-Day-Ausgabe von 2025 rausgebracht — 15 zusätzliche, bisher unveröffentlichte Demos.
Wenn ihr einen Plattenladen in der Nähe habt: Reingehen, die Box aufklappen, Track 3 der ersten CD laufen lassen. Ihr werdet hören, wie drei Leute in einem Proberaum die Zukunft erfinden, ohne es zu wissen.
— Paula
Foto: Michael Markos / CC BY-SA 2.0
06
Soundtrack
Foto: Markus Felix / CC BY-SA 3.0
Laurel Halo vertont den Meeresboden
„Midnight Zone“ ist der Soundtrack zu Julian Charrières Film über die Clarion-Clipperton-Bruchzone — eine abyssale Ebene im Pazifik, in der seltene Metalle liegen und Tiefsee-Bergbau droht. Halo hat die Musik auf einem Montage-8-Synthesizer und einem Yamaha-TransAcoustic-Klavier in den Yamaha-Studios New York eingespielt, dazu Geige und Viola da Gamba. Neun Tracks, erschienen am 13. März auf ihrem eigenen Label Awe. Ambient und Tiefgang im wörtlichsten Sinn.
07
Festival
Foto: Andywallxyz / CC BY 4.0
Just Like Heaven setzt auf Strokes und LCD Soundsystem
Das Indie-Festival in Pasadena hat sein Lineup für den 22. August veröffentlicht. The Strokes und LCD Soundsystem stehen oben, darunter Feist, The Rapture, Chromeo, TV Girl und die wiedervereinigten Twin Peaks. Tickets gibt es ab 209 Dollar. Für alle, die nicht nach Kalifornien fliegen wollen: LCD Soundsystem waren 2024 auch beim Primavera Sound — die Europa-Termine für 2026 dürften nicht lange auf sich warten lassen.
Zitat der Woche
„Das Internet war aufregend. Jetzt ist das Internet nur noch fünf Apps auf deinem Handy.“
Avalon Emerson im Interview mit The Quietus, März 2026
Neu auf as.if.radio
Avalon Emerson & the Charm — „Eden“
Der Eröffnungstrack von „Written Into Changes“ — dream-pop mit Groove, der perfekt ins Radio passt.
the.noise — wöchentlich auf as.if.records/sounds






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