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the.noise — kw19: Boards of Canada nach 13 Jahren, Kneecap provozieren, JPEGMAFIA erklärt sich zum Besten

Boards of Canada brechen dreizehn Jahre Schweigen mit „Inferno", Seefeel lösen sich nach fünfzehn Jahren in Klang auf, Kneecap nennen ihr Album „Fenian", JPEGMAFIA beansprucht die Krone des Experimental Rap und Thurston Moore vertont den Krieg in Gaza.

Kneecap live in Leeds 2025
Kneecap live in Leeds 2025

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the.drop kw19 — Seefeel verschwinden im Nebel, American Football brechen auf, Bernarr dankt seinem VaterSeefeel — Sol.Hz the.drop kw20 — Harding verschwindet im Traum, Lemon Twigs channeln die Beach Boys, MUNA tanzen gegen die AngstAldous Harding — Train on the Island

the.noise kw19
Boards of Canada nach dreizehn Jahren, Seefeel nach fünfzehn, American Football graben sich durch Schmerz, Kneecap provozieren mit dem Albumtitel des Jahres, JPEGMAFIA erklärt sich zum Besten seines Fachs, Thurston Moore vertont den Krieg — und Interpol haben neue Songs im Gepäck.
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Album
Foto: pudstah / CC BY 2.0

Boards of Canada brechen dreizehn Jahre Schweigen

Es ist offiziell: Boards of Canada veröffentlichen am 29. Mai ihr fünftes Studioalbum „Inferno" auf Warp Records. Dreizehn Jahre nach „Tomorrow's Harvest" melden sich Marcus Eoin und Michael Sandison zurück — und sie haben sich die Ankündigung nicht leicht gemacht. Anfang April tauchten mysteriöse VHS-Kassetten bei Fans auf, gefolgt von Postern in mehreren Städten weltweit. Am 16. April erschien mit „Tape 05" das erste neue Stück Musik seit über einem Jahrzehnt. Das Album umfasst 18 Tracks und erscheint als limitierte rote Doppel-LP im Dreifach-Gatefold mit 16-seitigem Booklet. Wer die beiden kennt, weiß: Diese Platte wird man nicht nebenbei hören.
02
Album
Foto: experimentaclub / CC BY-SA 2.0

Seefeel lösen sich in Klang auf — nach 15 Jahren

Fünfzehn Jahre nach „Seefeel" erscheint mit „Sol.Hz" das neue Album der britischen Ambient-Shoegaze-Pioniere. Neun Tracks, die das Bandcamp-Team als „wunderschön, dunstig und selig" beschreibt. In gewisser Hinsicht ist es Seefeels Dub-Album — mit kavernösem Bass und geschicktem Einsatz von Effekten unter wolkenartigen Arrangements. Mark Clifford und Sarah Peacock spielen derzeit eine Europa-Tour durch Paris, Brüssel, Berlin, Barcelona, Kopenhagen und Oslo.
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Album
Foto: Lloyd Tudor / CC BY-SA 4.0

Kneecap nennen ihr zweites Album „Fenian"

Das irische Hip-Hop-Trio Kneecap hat sein zweites Album schlicht „Fenian" genannt — produziert von Dan Carey, erschienen am 1. Mai auf Heavenly Recordings. 14 Tracks mit Features von Kae Tempest, Radie Peat und dem palästinensischen Rapper Fawzi. Metacritic vergibt 82 Punkte. Kneecap machen keine halben Sachen: Der Albumtitel ist bewusst konfrontativ, die Musik zwischen Grime, Irish Trad und Agit-Rap verweigert sich jeder bequemen Schublade. Europa-Tour startet im Juni.
Zahl der Woche
250 Mio.
So viele Songs enthält Spotifys Bibliothek laut Co-CEO Gustav Söderström (April 2026). Offiziell kommuniziert Spotify „über 100 Millionen" — intern ist die Zahl zweieinhalb Mal so hoch. Als Söderström anfing, waren es zwei Millionen. Die Wahrscheinlichkeit, als neuer Indie-Act ohne Playlist-Pitching organisch entdeckt zu werden, liegt mittlerweile bei nahezu null.
04
Album
Foto: Levi Manchak / CC BY 2.0

JPEGMAFIA packt 25 Tracks auf ein Album

Barrington Hendricks hat kein Interesse an Bescheidenheit. Sein sechstes Studioalbum heißt „Experimental Rap" — geschrieben, produziert und gemischt von ihm allein. 25 Tracks, Release am 21. Mai über AWAL. Die erste Single „Babygirl" erschien Ende April. Gospel, Industrial und Underground-Rap als Einflüsse, dazu eine Nordamerika-Tour im Herbst mit Redveil und Matt Proxy als Support. Der Name ist Programm und Provokation zugleich.
05
Album
Foto: David Shankbone / CC BY-SA 3.0

Thurston Moore vertont den Krieg in Gaza

Sonic-Youth-Gründer Thurston Moore und Produzent Bonner Kramer kennen sich seit über vierzig Jahren, haben aber nie zusammen ein Album gemacht — bis jetzt. „They Came Like Swallows: Seven Requiems for the Children of Gaza" erschien am 1. Mai auf Silver Current Records. Moore beschreibt das Projekt als „Gebet für die kriegsversehrten Seelen der Familien Palästinas". Der Titel referenziert einen Roman von 1937 über eine von der Spanischen Grippe zerrissene Familie. Ein Teil der Einnahmen geht an World Central Kitchen.
Post von Paula

Ed O'Brien lässt Radiohead hinter sich

Ed O'Brien heißt jetzt Ed O'Brien. Klingt banal, ist aber eine Entscheidung. Sein Debüt-Soloalbum von 2019 erschien noch unter dem Kürzel EOB — als bräuchte man eine Abkürzung, um sich von der Band zu distanzieren, ohne es zu laut zu sagen. Das zweite Album „Blue Morpho" trägt seinen vollen Namen. Produziert von Paul Epworth, aufgenommen in Wales und London.
O'Brien hat offen über eine Depression gesprochen, die dem Album vorausging. Er ging nach Wales, nahm Wim-Hof-Atemübungen auf, probierte Psilocybin, und Thom Yorke riet ihm, alte Songideen wieder rauszukramen. Sieben Tracks sind dabei rausgekommen. Der Titeltrack ist zehn Minuten lang und baut sich auf wie eine langsame Gezeiten-Bewegung.
Was mich daran interessiert: O'Brien war immer der Radiohead-Gitarrist, über den am wenigsten geredet wurde. Jonny Greenwood macht Filmmusik, Thom Yorke hat The Smile, Phil Selway veröffentlicht Soloplatten. Ed war der mit den Backing Vocals und den Delay-Pedalen. Dass ausgerechnet er jetzt das persönlichste Album der Radiohead-Fraktion macht, erzählt etwas darüber, wie unterschätzt Stille sein kann.
— Paula
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Album
Foto: Andy Witchger / CC BY 2.0

American Football graben tief auf LP4

Sieben Jahre nach LP3 veröffentlichen American Football ihr viertes Album auf Polyvinyl. Das Label nennt es „rückhaltlos schwer" — Suizid, Scham, Scheidung, Sucht und Wiedergeburt tauchen auf, manchmal im selben Song. Features kommen von Brendan Yates (Turnstile), Wisp und Caithlin De Marrais (Rainer Maria). Zehn Songs, die den Math-Rock-Emo der Band in ungewohnt dunkles Terrain führen.
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Tour
Foto: Filipe Rocha / CC BY-SA 2.5

Interpol touren mit DIIV und neuen Songs

Interpol haben eine ausgedehnte Nordamerika-Tour von Juli bis Oktober angekündigt — mit DIIV, Youth Lagoon und julie als Support-Acts. Beim Coachella debütierte die Band zwei neue Songs: „See Out Loud" und „Wings of Fire". Ein offizielles neues Album ist noch nicht bestätigt, aber die Band verspricht weitere Musik für 2026. Tickets ab dem 8. Mai im Vorverkauf.
Zitat der Woche
„I'm already the best in this space of experimental rap. There's no one who competes with me. People cannot do what I do.“
— JPEGMAFIA (Pigeons & Planes, Mai 2026)
Neu auf as.if.radio
Seefeel — Ever No Way
Die Lead-Single von „Sol.Hz" — ein Track der sich langsam entfaltet wie Nebel über Wasser. Perfekt für die Rotation zwischen den Tagesstunden.
the.noise — wöchentlich auf as.if.records/sounds
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