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the.noise — kw20: Mike D geht solo, Charli XCX erklärt Rock, McCartney holt Ringo, Broken Social Scene zurück

Mike D bricht fünfzehn Jahre Beastie-Boys-Stille, die Black Keys mischen ihr eigenes Blues-Covers-Album, McCartney holt Ringo ins Studio, Broken Social Scene sind nach neun Jahren zurück und Floating Points vertont den Pandora-Mythos für Deutsche Grammophon.

Beastie Boys live 2009 — Mike D veröffentlicht seine erste Solo-Single
Beastie Boys live 2009 — Mike D veröffentlicht seine erste Solo-Single

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the.noise kw20
Beastie Boy Mike D veröffentlicht seine erste Solo-Single, Charli XCX erklärt den Dancefloor für tot, die Black Keys graben sich durch alte Blues-Platten, McCartney kommt mit Ringo-Duett, Kevin Morby legt sein persönlichstes Album vor, Broken Social Scene melden sich nach neun Jahren zurück — und Floating Points schreibt ein Ballett.
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Single
Foto: Maddy Julien / CC BY-SA 2.0

Mike D geht solo — nach fünfzehn Jahren Stille

Mike Diamond hat „Switch Up" veröffentlicht, seine erste Solo-Single und das erste neue Stück Musik eines Beastie-Boys-Mitglieds seit „Hot Sauce Committee Part Two" (2011). Der Track entstand aus Sessions in Mike Ds Homestudio mit seinen Söhnen Davis und Skyler, die als Duo Very Nice Person auftreten. Produziert von Carter Lang und Very Nice Person, pendelt „Switch Up" zwischen Hip-Hop, Funk, Dance und Rock — nicht als Genre-Experiment, sondern als logische Folge eines Mannes, der seit vierzig Jahren alles gleichzeitig hört. Am 7. Mai spielte Mike D eine intime Show für 150 Leute im Plaza Nightclub in Los Angeles. Weitere Termine folgen in Pasadena und Brooklyn.
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Single
Foto: tonyshek / CC BY-SA 2.0

Charli XCX erklärt den Dancefloor für tot

Am 8. Mai erschien „Rock Music", die erste Single von Charli XCXs kommendem siebten Album. Geschrieben mit A.G. Cook und Finn Keane, produziert in Schwarz-Weiß-Ästhetik. Im April hatte Charli in der British Vogue die Textzeile vorweggenommen: „I think the dance floor is dead, so now we're making rock music." Kurz darauf stellte sie auf Instagram klar: Das Lied sei „not actually rock music." Was es ist: verzerrte Gitarren über Pop-Strukturen, Auto-Tune und ein deadpan Vocal, das Alex Petridis im Guardian mit LCD Soundsystems „Losing My Edge" vergleicht. Vier von fünf Sternen.
03
Album
Foto: A Continuous Lean / CC BY 2.0

Black Keys graben sich durch alte 45er

Am 1. Mai erschien „Peaches!", das 14. Studioalbum der Black Keys auf Easy Eye Sound/Warner. Es ist ein Covers-Album — zehn spontane Interpretationen obskurer Blues-Cuts aus dem 20. Jahrhundert, die Dan Auerbach beim Diggen nach 45er-Singles für Band-DJ-Sets entdeckt hat. Alle Musiker im selben Raum, kaum Overdubs, erstmals seit „Magic Potion" (2006) komplett von der Band selbst gemischt. Das Album entstand, während Auerbachs Vater mit einer Krebsdiagnose in seinem Haus in Nashville lebte. Metacritic: 74 Punkte.
Zahl der Woche
$3,63 Mrd.
Sony Music Group Umsatz im ersten Quartal 2026 — ein Plus von 21 Prozent zum Vorjahr. Streaming wuchs um 13,6 Prozent, aber die eigentliche Überraschung: Physical Sales stiegen um 37,3 Prozent auf 241,7 Millionen Dollar. Vinyl und CD wachsen schneller als Streaming. Wer Physical für tot erklärt hat, darf gern nochmal nachrechnen.
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Album
Foto: Fiona / CC BY-SA 2.0

McCartney holt Ringo ans Mikrofon

„The Boys of Dungeon Lane" erscheint am 29. Mai — McCartneys 21. Soloalbum, co-produziert mit Andrew Watt. Aufgenommen in den Pausen der Got Back Tour über fünf Jahre hinweg, zwischen Los Angeles und McCartneys Hogg Hill Mill Studio in East Sussex. Der Titel stammt aus einer Textzeile für „Off the Ground" (1993). Dungeon Lane ist eine Straße im Liverpooler Stadtteil Speke, wo McCartney aufwuchs. Die zweite Single „Home to Us" ist ein Duett mit Ringo Starr — Ringo singt und trommelt, Chrissie Hynde und Sharleen Spiteri liefern Backing Vocals.
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Album
Foto: Stian Schløsser Møller / CC BY-SA 4.0

Kevin Morby lässt die Songs nackt stehen

„Little Wide Open", Morbys achtes Album, erscheint am 15. Mai auf Dead Oceans. Produziert von Aaron Dessner, 13 Songs, Beiträge von Justin Vernon, Amelia Meath, Katie Gavin (MUNA), Lucinda Williams und Meg Duffy. Morby nennt es den dritten Teil einer ungeplanten Trilogie nach „Sundowner" (2020) und „This Is a Photograph" (2022). Das persönlichste Album seiner Karriere, sagt er — Dessner habe ihn davon abgehalten, zu viele Tricks zu werfen, und die Songs einfach stehen lassen. Welttour ab dem 27. Mai.
Post von Paula

Aldous Harding macht, was sie will

Aldous Harding hat ihr fünftes Album veröffentlicht. Es heißt „Train on the Island" und erklärt sich nicht. Nicht in den Texten, nicht in den Arrangements, nicht in den Pressefotos. Harding singt in Stimmen, die klingen, als hätte sie sie gerade erst erfunden — mal kindlich, mal theatralisch, mal so tief wie ein Keller.
John Parish hat wieder produziert, in den Rockfield Studios in Wales. Zehn Songs mit Pedal Steel, Harfe, Synthesizer und dem Schlagzeuger Sebastian Rochford von Polar Bear. Das Ergebnis klingt weder nach Folk noch nach Pop noch nach Avantgarde, sondern nach allem gleichzeitig. Bandcamp Daily nennt es einen „silly, colorful triumph" — und das trifft es ganz gut.
Was mich an Harding fasziniert: Sie ist seit „Party" (2017) konsequent unberechenbar. Jedes Album funktioniert nach eigenen Regeln. Wer im Plattenladen eine Empfehlung will und nicht weiß, wohin, dem sage ich: Hier anfangen. Oder bei „Designer". Oder bei gar nichts und einfach laufen lassen.
— Paula
Foto: Bruce / CC BY 2.0
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Album
Foto: Alii h / CC BY-SA 3.0

Broken Social Scene nach neun Jahren zurück

Am 8. Mai erschien „Remember the Humans" — das erste Album des Toronto-Kollektivs seit „Hug of Thunder" (2017). Produzent David Newfeld war zuletzt für „You Forgot It in People" und das selbstbetitelte Album verantwortlich. Feist, Lisa Lobsinger und Hannah Georgas sind als Gäste dabei, dazu kommen zwölf Tracks mit Titeln wie „Mission Accomplished (King Fisher)" und „Parking Lot Dreams". Ab dem 8. Juni gehen Broken Social Scene mit Metric und Stars auf die „All the Feelings"-Tour durch Nordamerika.
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Album
Foto: basic_sounds / CC BY-SA 2.0

Floating Points vertont den Pandora-Mythos

Sam Shepherd alias Floating Points hat „Falling to Earth" veröffentlicht — einen 13-minütigen Track mit dem San Francisco Ballet Orchestra, der als Vorgeschmack auf das Album „Mere Mortals" dient. Das Album ist die Aufnahme seines Ballett-Debüts, das im Januar 2024 am War Memorial Opera House Premiere feierte. Choreografin Tamara Rojo, der Mythos von Pandora, und ein Stück Musik, das sich entfaltet wie eine langsame Gezeitenbewegung. Erscheint auf Deutsche Grammophon. Live-Aufführungen folgen beim Edinburgh Festival und in der Londoner Sadler's Wells.
Zitat der Woche
„I think the dance floor is dead, so now we're making rock music.“
— Charli XCX (British Vogue, April 2026)
Neu auf as.if.radio
Kevin Morby — Javelin
Die Lead-Single von „Little Wide Open" — ein Song über die Liebe auf Distanz, zwischen Flughäfen und Highways, immer wieder zurück in die amerikanische Mitte. Produziert von Aaron Dessner, warm genug für jede Tageszeit.
the.noise — wöchentlich auf as.if.records/sounds
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