Aldous Harding macht, was sie will
Aldous Harding hat ihr fünftes Album veröffentlicht. Es heißt „Train on the Island" und erklärt sich nicht. Nicht in den Texten, nicht in den Arrangements, nicht in den Pressefotos. Harding singt in Stimmen, die klingen, als hätte sie sie gerade erst erfunden — mal kindlich, mal theatralisch, mal so tief wie ein Keller.
John Parish hat wieder produziert, in den Rockfield Studios in Wales. Zehn Songs mit Pedal Steel, Harfe, Synthesizer und dem Schlagzeuger Sebastian Rochford von Polar Bear. Das Ergebnis klingt weder nach Folk noch nach Pop noch nach Avantgarde, sondern nach allem gleichzeitig. Bandcamp Daily nennt es einen „silly, colorful triumph" — und das trifft es ganz gut.
Was mich an Harding fasziniert: Sie ist seit „Party" (2017) konsequent unberechenbar. Jedes Album funktioniert nach eigenen Regeln. Wer im Plattenladen eine Empfehlung will und nicht weiß, wohin, dem sage ich: Hier anfangen. Oder bei „Designer". Oder bei gar nichts und einfach laufen lassen.
— Paula
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