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the.noise — kw24: Juno Download schließt, Skrillex überrascht mit SOMA, Butthole Surfers graben Album von 1998 aus

Juno Download macht nach zwanzig Jahren dicht, Skrillex schleicht SOMA am Algorithmus vorbei, Butthole Surfers graben ein Album von 1998 aus und Phoebe Bridgers verbietet Smartphones auf ihrer Arena-Tour.

Vinyl-Plattensammlung in einem Plattenladen am Record Store Day
Vinyl-Plattensammlung in einem Plattenladen am Record Store Day

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Juno Download macht ohne Vorwarnung dicht, Skrillex schleicht ein Album am Marketing vorbei, die Butthole Surfers graben eine 27 Jahre alte Platte aus — und Phoebe Bridgers verbannt Smartphones aus Arenen. Dazu: die Strokes mit Rick Rubin, Magdalena Bay im Kino, Muse vom Weltall.
01
Branche
Foto: Nerissa Lyra / CC BY-SA 4.0

Juno Download macht nach zwanzig Jahren dicht

Juno Download hat am 1. Juni ohne Vorwarnung den Betrieb eingestellt. Kein Countdown, kein letzter Sale, keine Abschiedsmail. Nur ein Statement: Man habe das Privileg gehabt, Musik zu teilen, aber die Zeit sei gekommen, Tschüss zu sagen. Nutzer werden an Beatport und Traxsource verwiesen. Der digitale Plattenladen war seit über zwanzig Jahren eine feste Größe für DJs und Sammler elektronischer Musik — ein Ort, an dem man einzelne Tracks kaufen konnte, ohne den Algorithmus zu füttern. COO Lucas Garcia begründete das Ende mit dem Streaming: Künstler und Labels seien heute über Social Media und Direct-to-Fan-Dienste näher am Publikum als je zuvor. Die Plattform war 2013 an ein US-Unternehmen verkauft worden. Juno Records, der physische Vinyl-Arm unter juno.co.uk, bleibt davon unberührt.
02
Album
Foto: Weekly Dig / CC BY 2.0

Skrillex wirft SOMA ohne Vorwarnung auf den Markt

Kein Pressetext, keine Vorab-Singles, kein Instagram-Teaser: Am 5. Juni tauchte Skrillex' fünftes Studioalbum SOMA auf Spotify auf, als hätte jemand versehentlich den Upload-Button gedrückt. Die einzige Ankündigung war eine E-Mail an seine Subscriber-Liste, verschickt unter seinem bürgerlichen Namen Sonny. SOMA versammelt 13 Tracks mit Gästen wie Blawan, Randomer, ISOxo, Chris Lake und Young Miko. Die Bandbreite reicht von Experimental Trap über UK Bass bis Techno. Es ist sein erstes Album seit dem Abgang von Atlantic Records — und klingt, als habe ihm genau diese Freiheit gutgetan.
03
Album
Foto: Viva Nola / CC BY 2.0

Butthole Surfers graben Album von 1998 aus

After the Astronaut existiert seit 27 Jahren, ohne je erschienen zu sein. 1998 fertiggestellt, wurde das Album vom Label aus dem Zeitplan genommen — zu wenig kommerziell. Die Band überarbeitete das Material; heraus kam 2001 das deutlich glattere Weird Revolution. Das Original verschwand in der Schublade. Am 26. Juni erscheint es endlich über Sunset Blvd. Records, mit dem ursprünglichen Tracklisting. Die erste Single Jet Fighter klingt wie Surf-Punk durch einen kaputten Verstärker: Lo-Fi, dadaistisch, kompromisslos. 25 Jahre zwischen zwei Studioalben — das dürfte Rekord sein.
Zahl der Woche
2,5 %
So gering ist der Anteil von Download-Verkäufen am globalen Musikumsatz 2025 — der dreizehnte Rückgang in Folge. Streaming macht 69,6 Prozent aus, physische Formate wie Vinyl wachsen zum 19. Mal in Serie. Wer Musik als Datei kaufen will statt sie zu streamen, muss sich beeilen — die Läden schließen.
Quelle: IFPI Global Music Report 2026
04
Tour
Foto: Raph_PH / CC BY 2.0

Phoebe Bridgers sperrt die Handys weg

Phoebe Bridgers hat ihre Arena-Tour The Lost Tour angekündigt, und der Name ist Programm: Alle elektronischen Geräte kommen beim Einlass in Yondr-Beutel. Wer trotzdem filmt, fliegt raus. Los geht es am 15. September in Indianapolis, danach Brooklyn, Nashville, Los Angeles und weiter nach Europa. Alex G eröffnet in Nordamerika, Isaac Wood (Ex-Black Country, New Road) übernimmt in Großbritannien. Ein Dollar pro Ticket geht an RAINN. Vorverkauf ab 12. Juni.
05
Album
Foto: Raph_PH / CC BY 2.0

The Strokes kommen mit Rick Rubin zurück

Reality Awaits erscheint am 26. Juni, sechs Jahre nach The New Abnormal. Produzent: Rick Rubin, aufgenommen unter anderem in Costa Rica. Die Ankündigung lief über Instagram und per Kassette — hundert Fans bekamen die erste Single Going Shopping per Post. Neun Tracks stehen auf der Liste, von Psycho Shit bis Pros and Cons. Das Cover stammt von Johann Rashid, inspiriert von Richard Princes ikonischem Cowboy-Foto. Sechs Jahre Stille, dann Kassetten im Briefkasten: genau ihr Tempo.
Post von Paula

Mandy, Indiana — Lärm als Haltung

Mandy, Indiana stehen auf dem Cover der aktuellen NME. Nicht irgendein Cover — eines, auf dem die Band über die Ungleichheit der Musikindustrie redet und darüber, was sie in einem politisch finsteren Klima antreibt. Ihr zweites Album Urgh! auf Sacred Bones ist eine der besten Platten des Jahres. Ich sage das, obwohl mir beim ersten Durchhören fast die Boxen verreckt sind.
Valentine Caulfield singt auf Französisch, Alex Macdougall prügelt die Drums, und zusammen machen sie etwas, das man Industrial nennen könnte, wenn der Begriff nicht so abgenutzt wäre. EBM-beeinflusster Hardcore mit Texten, die lebendig schneiden. Caulfield hat während der Aufnahmen fast ihr Augenlicht auf einem Auge verloren. Macdougall musste sich die halbe Schilddrüse entfernen lassen. Die Band hat trotzdem Zehn-Stunden-Sessions durchgezogen.
Was mich an Mandy, Indiana festhält: Sie klingen nicht wütend, um wütend zu klingen. Sie klingen wütend, weil es keinen Grund gibt, es nicht zu sein. Das NME-Cover ist verdient. Manchester hat gerade das lauteste Exportprodukt seit Jahren.
— Paula
06
Film
Foto: Will Bonniker / CC BY-SA 4.0

Magdalena Bay bringen ihr Album ins Kino

Das Konzeptalbum Imaginal Disk von 2024 war immer mehr als nur Musik — jetzt ist es ein Film. Regisseurin Amanda Kramer hat daraus ein experimentelles Science-Fiction-Musical gemacht, das am 4. Juni beim Tribeca Festival Premiere feierte. Nach der Vorführung spielten Magdalena Bay eine Stripped-Back-Performance. Die Kritiken sprechen von künstlerischer Pracht bei gleichzeitig zu viel Länge. Dass eine Indie-Pop-Band aus LA ihr Album zu einem Spielfilm ausbaut, der bei Tribeca läuft, ist trotzdem eine Ansage.
07
Album
Foto: Benjamin Linh VU / CC BY-SA 2.0

Muse kündigen Album vom Weltall aus an

Ein Tablet, 33 Kilometer über der Erde, sendet ein Video in die Atmosphäre. Darauf: der Clip zur Single Be With You und die Ankündigung des zehnten Studioalbums The Wow! Signal, benannt nach dem ungeklärten Radiosignal von 1977. Erscheinungsdatum: 26. Juni, über Warner Records. Die Band verspricht kosmisches Mysterium und existenzielle Hoffnung. Muse bleiben sich treu: je größer die Geste, desto besser.
Zitat der Woche
„Feel free to share this with others since not everyone gets these emails.“
— Sonny Moore aka Skrillex, E-Mail an Subscriber zur Veröffentlichung von SOMA, Juni 2026
Neu auf as.if.radio
Muse — Be With You
Zweite Single vom kommenden Album The Wow! Signal. Space Rock mit Synthie-Streichern, der im Radio-Kontext funktioniert, ohne die Kanten abzuschleifen.
the.noise — wöchentlich auf as.if.records/sounds
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