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the.noise — kw26: Coxon gräbt verschollenes Album aus, Kelela wechselt zu Shoegaze, Marr versteigert 100 Gitarren

Coxon gräbt ein 15 Jahre altes Album aus der Schublade, ein Asteroid trägt jetzt Elliott Smiths Namen, Johnny Marr versteigert bei Christie's seine Smiths-Gitarren, und Kelela wechselt von R&B zu Shoegaze.

Graham Coxon live in Rom 2013
Graham Coxon live in Rom 2013

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Graham Coxon veröffentlicht ein Album, das 15 Jahre in der Schublade lag, Kelela dreht Richtung Shoegaze, ein Asteroid trägt jetzt Elliott Smiths Namen, Johnny Marr versteigert seine Gitarren bei Christie's, und Chat Pile kündigen ihr drittes Album an.
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Album
Foto: Spartakos / CC BY-SA 3.0

Graham Coxon veröffentlicht ein Album aus der Schublade

Am 19. Juni erschien Castle Park auf Transgressive — Graham Coxons neuntes Soloalbum und das erste seit A+E von 2012. Die zehn Songs entstanden bereits 2011 in den RAK Studios, produziert von Ben Hillier (Blur, Depeche Mode). Coxon hatte die Aufnahmen seitdem zurückgehalten: kein Streit mit dem Label, keine technischen Probleme — er fand einfach nicht den richtigen Moment. Die Singles Billy Says und Alright liefen seit Mai. Parallel dazu erscheint sein kompletter Solo-Katalog als Reissue-Kampagne: alle acht bisherigen Alben in überarbeiteten Versionen. Power Pop mit Garagenrock-Kanten, ohne Blur-Nostalgie.
02
Album
Foto: Tore Sætre / CC BY-SA 4.0

Kelela dreht Richtung Shoegaze

Am 10. Juli erscheint Kelelas drittes Album auf Warp Records. Nach Raven (2023) wechselt sie die Richtung: Die Singles Idea 1 (von Pitchfork als Best New Track ausgezeichnet), Linknb und Point Blank deuten auf Shoegaze und Indie-Einflüsse hin. AK Paul, Fousheé und PinkPantheress sind als Features bestätigt. Das Album markiert einen Bruch mit dem R&B-lastigen Sound, der Kelela bekannt gemacht hat.
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Branche
Foto: Constintina Trainwreck / CC BY 2.0

Ein Asteroid trägt jetzt Elliott Smiths Namen

Asteroid 861969 heißt jetzt offiziell Elliottsmith. Die Nummer entspricht seinem Geburtsdatum: 6. August 1969. Der Edinburgher Filmemacher Orlando Campopiano hatte den Antrag bei der Internationalen Astronomischen Union eingereicht und bekam im Juni die Genehmigung. Smith steht damit in einer Reihe mit Bowie, Freddie Mercury, den Beatles und Bob Dylan, die ebenfalls Himmelskörper-Patenschaften tragen. Für Fans eines Songwriters, dessen bekanntestes Album Either/Or hieß, hat das eine gewisse Poesie.
Zahl der Woche
$14,55 Mio.
So viel brachte David Gilmours schwarze Fender Stratocaster bei Christie's im März 2026 — der höchste Preis, der je bei einer Auktion für eine Gitarre gezahlt wurde. Der Schätzpreis lag bei 5 Millionen Dollar. Die Black Strat begleitete Gilmour von 1970 bis 1986 durch Pink Floyds Kernwerk: The Dark Side of the Moon, Wish You Were Here, Animals, The Wall. Wer sich fragt, ob Johnny Marrs Rickenbacker im September ähnliche Preise erzielen kann: eher nicht. Aber die Geschichte dahinter ist mindestens genauso gut.
04
Branche
Foto: University of Salford / CC BY 2.0

Johnny Marr versteigert rund 100 Gitarren

Johnny Marr trennt sich von seiner Instrumentensammlung — die Auktion läuft am 19. September bei Christie's in London. Das Herzstück: die Rickenbacker 330, auf der This Charming Man entstand (Schätzpreis 60.000–80.000 Pfund). Dazu eine Gibson ES-355 (bis 150.000 Pfund) und die Martin D-28, mit der There Is a Light That Never Goes Out aufgenommen wurde (bis 50.000 Pfund). Die Erlöse gehen an Guide Dogs und die National Autistic Society. Ab 25. Juni sind die Gitarren in einer Ausstellung in New York zu sehen, bis zum 1. Juli.
05
Album
Foto: Hyggefrost / CC BY-SA 4.0

Chat Pile kündigen drittes Album an

Am 4. September erscheint Who Loves the Sun auf The Flenser — das dritte Album der Noise-Rock-Band aus Oklahoma. Die erste Single Deep Blue klingt nach dem, was man von Chat Pile erwartet: laut, unbequem, mit einem Sänger, der klingt, als würde er gegen die Wand reden. Sänger Raygun Busch hat in Interviews gesagt, das Album handele von den Dingen, die ihn am modernen Leben stören — konkreter wurde er nicht. Im Herbst folgt eine Tour mit Soul Glo als Support.
Post von Paula

Eddy Current Suppression Ring — Platte fertig, Platte draußen

Eddy Current Suppression Ring haben Ende Mai ein Album veröffentlicht, ohne es vorher groß anzukündigen. In Light of Recent Events, elf Songs, ihr erstes seit sieben Jahren. Die Band aus Melbourne hatte sich nie offiziell aufgelöst — sie haben einfach aufgehört, Platten zu machen.
Was in der Zwischenzeit passiert ist: wöchentliche Jam-Sessions, die irgendwann zu Songs wurden. Gigs unter falschen Namen — Jimmy and the Ringtones, Top Hats — in kleinen Venues, wo niemand wusste, wer da spielt. So macht man das, wenn man keinen Algorithmus bedienen will und keinen Newsletter hat.
Elf Tracks, aufgenommen wie immer: schnell, direkt, kein Overdub-Firlefanz. Swimmin' Hole klingt wie eine Velvet-Underground-Skizze, die jemand in einer Garage in Collingwood fertig aufgenommen hat. Self Sabotage ist laut und hat diesen panischen Unterton, den die Band schon immer gut konnte.
Was mich daran interessiert: ECSR beweisen, dass man einfach weitermachen kann, ohne dass es ein Comeback sein muss. Kein Pressetext, kein Rollout, kein Erster-Song-in-sieben-Jahren-Drama. Platte fertig, Platte draußen. Mehr davon.
— Paula
Foto: Mandy Hall / CC BY 2.0
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EP
Foto: Stephen and Helen Jones / CC BY-SA 2.0

LEENALCHI bringen Pansori auf David Byrnes Label

Am 12. Juni erschien die neue EP des koreanischen Septetts auf Luaka Bop — David Byrnes Label, das seit den 80ern Musik von überall auf die Platte bringt. LEENALCHI mischen Pansori (traditionellen koreanischen Sprechgesang aus der Joseon-Dynastie) mit Post-Punk und Funk. Fans wie Brian Eno, Robyn und Japanese Breakfast haben das in den letzten Jahren laut genug gesagt, dass die Band jetzt auch außerhalb Seouls Konzerte füllt. Wer Talking Heads mag und offen für etwas komplett anderes ist, sollte hier reinhören.
07
Tour
Foto: Fred von Lohmann / CC BY 2.0

Neko Case nimmt Destroyer mit auf Tour

Neko Case geht im Herbst mit ihrem neuen Album Neon Grey Midnight Green auf Nordamerika-Tour — und bringt Dan Bejars Destroyer als Support mit. Zwei der eigenwilligsten Stimmen im Indie-Rock auf einer Bühne. Am 15. Oktober spielen sie im Ryman Auditorium in Nashville, mit Jimmie Dale Gilmore als Gast. Das Finale steigt in Cases Heimatstadt Tacoma mit Girl Trouble und Team Dresch. Die Tour-Kombination klingt, als hätte jemand einen sehr guten Plattengeschmack.
Zitat der Woche
„I've always wondered about relevance — there seems to be this forever-changing front row.“
— Graham Coxon (NME, Juni 2026)
Neu auf as.if.radio
Kelela — Idea 1
Die Lead-Single vom kommenden Album. Pitchfork Best New Track. Shoegaze trifft auf Kelelas Stimme — passt ins as.if.radio-Programm.
the.noise — wöchentlich auf as.if.records/sounds
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