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the.drop kw18 — Kidjo ruft die Welt zusammen, Zouaï singt auf Französisch, White Denim schalten durch

Angélique Kidjo bringt mit Hope!! ihr 19. Album und die halbe Weltmusik-Elite ins Studio. Lolo Zouaï kehrt mit Reverie zu ihren französischen Wurzeln zurück. Und White Denim spielen auf 13 jedes Genre, das ihnen einfällt.

Angélique Kidjo — Hope!!
Angélique Kidjo — Hope!!

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Album der Woche

Angélique Kidjo

Hope!!
Afrobeat / World · Decca · VÖ: 24.04.
4.5 /5
Neunzehn Alben. Man könnte meinen, da ist nichts mehr zu erzählen. Aber Kidjo hat die Gästeliste ihres Lebens zusammengestellt und daraus etwas gemacht, das weder Nostalgie noch Pflichtübung ist.
Das Album ist ihrer verstorbenen Mutter Yvonne gewidmet, und man hört das in der Art, wie Kidjo selbst in den größten Momenten Raum lässt. Pharrell produziert zwei Tracks und hält sich zurück, was bei ihm selten vorkommt. Davido und Ayra Starr bringen Lagos ins Studio, Diamond Platnumz fügt Dar es Salaam hinzu, und der Soweto Gospel Choir macht aus „Yemandjé“ etwas, das man in einer Kirche oder auf einer Tanzfläche hören könnte. Was Hope!! von Kidjos letzten Platten unterscheidet: die Produktion klingt nicht nach Weltmusik-Katalog, sondern nach jemandem, der weiß, dass Afrobeats, Gospel und Funk aus derselben Quelle kommen. 16 Tracks, und trotzdem kein Füllmaterial.
Highlight
Fall on Me (feat. PJ Morton)
Für Fans von
Burna Boy, Fatoumata Diawara, Fela Kuti, Sault

Lolo Zouaï

Reverie
French-R&B / Alt-Pop · Keep Cool / RCA · VÖ: 24.04.
4.0 /5
Drittes Album, und zum ersten Mal klingt Zouaï so, als hätte sie aufgehört, sich zwischen San Francisco und Paris entscheiden zu müssen.
Mehr als die Hälfte der Tracks auf Reverie ist auf Französisch, und das ist keine Marketingentscheidung, sondern eine künstlerische. Die Produktion mischt Chanson Française mit Bay-Area-Beats und arabischen Melodiefragmenten, und es funktioniert, weil Zouaï nie versucht, alles gleichzeitig zu sein. „Holding On“, die Vorab-Single, ist das emotionale Zentrum: dunkel, hypnotisch, Stimme trägt alles. Features mit Dinos, Lous and the Yakuza und Disiz verankern das Album in der frankophonen Szene. Wo „Galipette“ von 2023 noch zwischen den Welten pendelte, hat Reverie eine klare Haltung.
Highlight
Holding On
Für Fans von
Lous and the Yakuza, FKA twigs, Rosalia, Christine and the Queens

White Denim

13
Garage-Rock / Funk / Psych · Fulltime Hobby · VÖ: 24.04.
4.0 /5
Dreizehntes Album? Nein, das ist Album Nummer sieben, das Ding heißt einfach so. Und es klingt wie ein Band, die sich weigert, zweimal denselben Song zu spielen.
James Petralli und seine Leute haben ein Problem, das nur wenige Bands haben: zu viele Ideen pro Song. Auf 13 schalten sie zwischen Southern-Fried-Psych, Synth-Pop, Funk und etwas, das nach Yacht-Rock riecht, hin und her. „Chew Nails“ fließt in den jazzigen „Only a Fool“, „Crossfyre“ wird abgelöst von Motown-Vibes auf „Keep Calling Me (Baby)“. Manchmal sind die Übergänge ruppig, besonders in der Mitte des Albums. Aber wenn das Ding greift, und das tut es oft, ist das der unterhaltsamste Rock-Sound, den 2026 bisher hervorgebracht hat.
Highlight
Ruby
Für Fans von
King Gizzard & The Lizard Wizard, Ty Segall, Khruangbin, Deerhunter
Songs der Woche
Kehlani feat. Missy Elliott
Back and Forth
Von: Kehlani · Keep Cool / RCA · VÖ: 24.04.
Kehlani hat auf ihrem fünften Album die komplette R&B-Prominenz eingeladen, aber dieser Track mit Missy funktioniert am besten, weil beide sich Raum geben. Produktion wie aus einem 2006er-Timbaland-Ordner, Missys Verse sitzt, und Kehlanis Hook bleibt nach zwei Durchläufen hängen.
The Leaving
Fluoxetine
Von: Ultimate Buzz · Glassnote · VÖ: 24.04.
Martin Doherty und Jonny Scott von CHVRCHES haben unter neuem Namen ein Rave-Album aufgenommen, das nichts mit Synth-Pop zu tun haben will. „Fluoxetine“ ist die deutlichste Ansage: Acid-Bassline, Kickdrum, und darüber eine Stimme, die klingt wie ein Hilferuf aus dem Nebel. Burial trifft Prodigy, ohne die Referenz auszubuchstabieren.
Friko
Choo Choo
Von: Something Worth Waiting For · ATO Records · VÖ: 24.04.
Chicago-Indie mit Hang zur Theatralik. Auf ihrem zweiten Album schalten Friko zwischen Tempi, Stimmungen und Tonhöhen, als wäre Songwriting ein Kontaktsport. „Choo Choo“ ist der Moment, wo das am besten funktioniert: die Band chantet Zuggeräusche, das Tempo schwankt, und bevor man sich fragt ob das ernst gemeint ist, steckt man mittendrin.
Radar
Gia Margaret — Singing
Ambient / Vocal-Folk
Sieben Jahre nach einer Kehlkopfentzündung, die ihre Stimme raubte, singt Margaret wieder. Das Album schwankt zwischen zart und ziellos, aber wenn es trifft, ist es bewegend. 8/10 bei Clash.
★★★½
Kneecap — Fenian
Irish Hip-Hop / Rave / Trip-Hop
Dan-Carey-Produktion (Fontaines D.C., Wet Leg), fünf Sterne in der Irish Times. Acid House, Dubstep und irischsprachiger Rap, der klingt wie Belfast um drei Uhr morgens.
★★★★
Glen Hansard — Don’t Settle (Vol. 1 — Transmissions East)
Folk-Rock / Live
22 Songs, aufgenommen an seinem 55. Geburtstag im Berliner Funkhaus. Keine Overdubs, kein Autotune, keine zweiten Takes. Hansard pur.
★★★½
Kehlani — Kehlani
R&B / Neo-Soul
Fünftes Album, selbstbetitelt, klingt wie ein R&B-Album aus 2006 und meint das als Kompliment. Features von Missy, Brandy, Usher und T-Pain. Solide, aber selten überraschend.
★★★½
Failure — Location Lost
Alt-Rock / Space-Rock
Die 90er-Space-Rocker melden sich nach sechs Jahren zurück. Langsam, laut und voller Texturen, die nach Pedal-Sammlungen klingen.
★★★
as.if.radio
Neu auf as.if.radio
Angélique Kidjo feat. PJ Morton — „Fall on Me“
Der Opener von Hope!! und gleichzeitig der Track, der am längsten hängen bleibt. PJ Morton am Klavier, Kidjos Stimme darüber, und ein Arrangement, das mit jedem Durchlauf wächst. Läuft ab sofort auf as.if.radio.
the.drop — wöchentlich auf as.if.records/sounds
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