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the.noise — kw18: Souled American kehren nach 30 Jahren zurück, Beck geht auf Tour, WU LYF scheitern am Visum

Souled American nach 30 Jahren zurück mit „Sanctions", Octo Octa markiert ein Jahrzehnt, Beck hat 25 Tour-Dates, Cameron Picton macht Folk statt Black Midi, WU LYF scheitern am US-Visum, Dylan packt Shows drauf und der Pitchfork-Gründer schreibt seine Memoiren.

Souled American Konzertposter aus New York City, 1997
Souled American Konzertposter aus New York City, 1997

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Dreißig Jahre Stille, dann ein Album auf Jealous Butcher: Souled American sind zurück. Außerdem: Octo Octa feiert ein Jahrzehnt, Beck hat eine neue Single und 25 Tour-Dates, Cameron Picton tauscht Black Midi gegen Folkgitarre, WU LYF scheitern am US-Visum, Bob Dylan expandiert seine Sommertour, und der Pitchfork-Gründer schreibt seine Memoiren.
01
Comeback
Foto: Pepsi Baloney / CC BY-SA 4.0

Souled American melden sich nach 30 Jahren zurück

Sechs Alben zwischen 1988 und 1996, dann Stille. Seit dem 17. April steht „Sanctions“ in den Läden — das erste Album der Chicagoer Alt-Country-Band seit drei Jahrzehnten, erschienen bei Jealous Butcher Records. Aufgenommen wurde größtenteils live, ohne Overdubs, ohne Glättung. Das Label nennt es „ambient Americana rooted in the soil of America itself“ — und wer reingehört hat, weiß, dass das kein Marketing ist. 2025 hatte Omnivore Recordings mit der Anthologie „Rise Above It“ den Boden bereitet. Dass danach tatsächlich neues Material kam, hat trotzdem kaum jemand erwartet.
02
Album
Foto: Xi WEG / CC BY 2.0

Octo Octa markiert ein Jahrzehnt mit neuem Album

Am 30. April erscheint „Sigils for Survival“, das vierte Album von Maya Bouldry-Morrison alias Octo Octa — auf T4T LUV NRG, dem Label, das sie mit Eris Drew betreibt. Die Platte markiert zehn Jahre seit Mayas öffentlichem Coming-out als trans. Für jeden der acht Tracks hat sie ein Sigil gezeichnet, ihre Schwester Hope Morrison hat daraus Gemälde gemacht, die als Artwork dienen. Nach „Between Two Selves“ (2013), „Where Are We Going?“ (2017) und „Resonant Body“ (2019) schließt sich hier ein Kreis.
03
Tour
Foto: Embabahcairo0009 / CC BY-SA 4.0

Beck hat eine neue Single und 25 Tour-Dates

„Ride Lonesome“ heißt die neue Single, erschienen am 20. April auf Capitol Records — Becks erste neue Musik seit der Raritäten-Compilation „Everybody’s Gotta Learn Sometime“ im Januar. Dazu: eine 25-Date-Tour durch Nordamerika ab September, mit Stops in der Santa Barbara Bowl, im Greek Theatre in L.A., in Red Rocks, in der Massey Hall in Toronto und im Brooklyn Paramount. Das letzte reguläre Album „Hyperspace“ liegt mittlerweile sieben Jahre zurück. Ob „Ride Lonesome“ zu einem Album gehört, hat Beck noch nicht verraten.
Zahl der Woche
75.000
So viele KI-generierte Tracks werden laut Deezer mittlerweile pro Tag auf die Plattform hochgeladen — rund 44 Prozent aller täglichen Uploads. Vor einem Jahr waren es noch 10.000. 85 Prozent der Streams aus KI-generierten Tracks werden als betrügerisch erkannt und demonetarisiert. Die Musikindustrie-Organisation CISAC warnt: Bis 2028 könnten ein Viertel der Kreativ-Einnahmen gefährdet sein — bis zu vier Milliarden Euro. (Quelle: Deezer Newsroom, April 2026)
04
Album
Foto: Thomson200 / CC0

Black Midis Bassist wird Folk-Musiker

Cameron Picton spielte Bass und sang bei Black Midi — einer der aufregendsten Bands der letzten zehn Jahre. Seit August 2024 ist die Band auf Eis. Pictons Reaktion: ein Debütalbum unter dem Namen My New Band Believe, erschienen am 10. April bei Rough Trade. Fast komplett akustisch. Streicher, Flamenco-Gitarre, zwei Stücke über acht Minuten. Mit dabei: Kiran Leonard und Schlagzeuger Steve Noble. Inspiriert von Bert Jansch und Judee Sill, nicht von Cavalcade. Den Bandnamen hat er sich während einer Lebensmittelvergiftung in China ausgedacht, auf Tour mit Black Midi im August 2023.
05
Comeback
Foto: when i was a bird / CC BY 2.0

WU LYF — Album da, US-Tour nicht

15 Jahre nach „Go Tell Fire to the Mountain“ haben WU LYF ihr zweites Album veröffentlicht: „A Wave That Will Never Break“, produziert von Sonic Boom (Spacemen 3), erschienen am 10. April über die bandeigene L Y F Community. Die Manchesterband hat das Album bewusst nicht über große Streaming-Plattformen priorisiert. Die geplante US-Tour ab dem 24. April musste wegen Visa-Verzögerungen verschoben werden — WU LYF reihen sich damit in eine wachsende Liste internationaler Acts ein, die am amerikanischen Visa-Prozess scheitern.
Post von Paula

c/o pop 2026 — Fünf Tage Ehrenfeld

Das c/o pop lief letzte Woche. Fünf Tage in Ehrenfeld, Acts im Club Bahnhof Ehrenfeld, im Artheater, im Bumann & Sohn. Levin Liam stellte sein neues Album vor, Paula Engels kam aus Düsseldorf, Ebow spielte auch.
Das Festival macht seit Jahren das Gleiche, und das meine ich positiv: kleine Bühnen, kurze Wege, Programm mit Haltung. Es ist kein Primavera. Es ist Köln, und genau das macht es interessant.
Das c/o pop zeigt Acts, die drei Monate später überall zu sehen sind. Aber hier trifft man sie noch in Räumen, in denen man den Bass im Brustkorb spürt. Die Venues in Ehrenfeld liegen fünf Minuten auseinander — das erzwingt eine Dichte, die kein Festivalgelände so hinbekommt.
Die Frage ist nur, wie lange das geht. Ehrenfeld wird teurer, Venues stehen unter Druck. Köln braucht das c/o pop. Ob Köln das weiß, ist eine andere Sache.
— Paula
Foto: LLLisaW / CC BY-SA 3.0
06
Tour
Foto: Artaxerxes / CC BY 4.0

Bob Dylan packt zwölf neue Shows drauf

Dylans „Rough and Rowdy Ways“-Tour wächst weiter. Am 21. April kamen zwölf neue Sommer-Dates dazu, darunter Chicago, Pittsburgh, Philadelphia und Boston. Am 21. Juli spielt er im New Yorker Forest Hills Stadium — zum ersten Mal seit zehn Jahren. Als Support sind Lucinda Williams und Jimmie Vaughan auf den meisten Dates dabei, auf einzelnen Shows auch Brittney Spencer und John Does Folk Trio. Die Tour endet am 1. August in Nashville.
07
Branche
Foto: swimfinfan / CC BY-SA 2.0

Der Pitchfork-Gründer schreibt seine Memoiren

Ryan Schreiber war 19, als er 1996 eine Musik-Website von seinem Familien-Desktop in Minneapolis aus startete. 30 Jahre später erscheint „Weird Era: How Pitchfork Changed Music Forever“ — am 1. Dezember bei Farrar, Straus and Giroux. Das Buch erzählt die Geschichte hinter dem Dezimalsystem, das Karrieren machen und brechen konnte, dem Festival in Chicago und den Alben, die eine Ära definierten. Im Januar hatte Pitchfork außerdem ein Abo-Modell eingeführt — für 5 Dollar im Monat können Leser jetzt Kommentare und eigene Bewertungen abgeben.
Zitat der Woche
„We wouldn’t have been able to come back after all this time if we weren’t constantly playing. Even though we were at a distance sometimes, there was never not a Souled American.“
Chris Grigoroff (Souled American) — Under the Radar, April 2026
Neu auf as.if.radio
Octo Octa — Survival Groove
Aus „Sigils for Survival“ (T4T LUV NRG, 2026). Acht Minuten House mit einer Botschaft: weitermachen, egal was kommt. Passt.
the.noise — wöchentlich auf as.if.records/sounds
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