the.noise — kw15: Strokes kündigen siebtes Album an, Gabriel liefert per Vollmond, U2 überraschen am Karfreitag
The Strokes melden sich nach sechs Jahren mit „Reality Awaits“ zurück, Peter Gabriel tropft sein Album nach Mondphasen, U2 legen am Karfreitag sechs Songs nach und Jessie Ware bringt Morricone auf die Tanzfläche.

The Strokes kündigen ihr siebtes Album an, Peter Gabriel verteilt neue Songs nach Mondkalender, U2 überraschen am Karfreitag und Jessie Ware tanzt Richtung Sommer — plus Arlo Parks, Dillinger Four und Holly Humberstone.
01
Album
Foto: Raph_PH / CC BY 2.0
The Strokes kündigen siebtes Album an
Sechs Jahre nach „The New Abnormal“ haben die Strokes am 6. April ihr siebtes Album angekündigt. „Reality Awaits“ soll im Sommer erscheinen. Die Band teilte die Nachricht in einem Teaser-Video im Stil einer Autoanzeige aus den Achtzigern, unterlegt mit Musik, die ziemlich sicher vom neuen Album stammt. Julian Casablancas nannte die Strokes mal seinen „very cool day job“ — nach Jahren mit den experimentelleren Voidz scheint er bereit, diesen Job wieder hauptberuflich auszuüben. Die Festivalkalender sind voll: Coachella, Bonnaroo, Outside Lands, Shaky Knees. Sechs Jahre sind lang genug.
02
Album
Foto: MerleEllaPatsy / CC BY-SA 4.0
Peter Gabriel liefert neue Songs nur bei Vollmond
Peter Gabriel veröffentlicht sein Album „o/i“ häppchenweise: Jeden Vollmond ein neuer Song, vom Wolf Moon im Januar bis zum Cold Moon im Dezember. Am 2. April kam mit „Till Your Mind Is Shining“ der vierte Track — und laut Gabriel der poppigste, den er seit den Genesis-Anfängen geschrieben hat. „o/i“ ist das Gegenstück zum 2023er „i/o“. Bisherige Singles: „Been Undone“, „Put the Bucket Down“, „What Lies Ahead“. Gabriel ist 75 und hat offensichtlich keine Eile. Aber einen Plan.
03
EP
Foto: Benjamin Bellamy / CC BY-SA 4.0
U2 überraschen am Karfreitag mit EP
Am Karfreitag haben U2 die EP „Easter Lily“ veröffentlicht — sechs Songs über Freundschaft, Verlust und Erneuerung. The Edge singt Lead auf „Song for Hal“, geschrieben für den verstorbenen Produzenten Hal Willner. Den Abschluss macht „Coexist“, ein Schlaflied mit einer Klanglandschaft von Brian Eno. Produziert hat Jacknife Lee. Die EP folgt auf „Days of Ash“ (Aschermittwoch, Februar) und ist der zweite Teil einer losen liturgischen Reihe. Ein Album soll im Herbst kommen.
Zahl der Woche
208.000
BTS haben in einer einzigen Woche 208.000 Vinyl-Exemplare von „Arirang“ verkauft — die höchste Vinyl-Verkaufswoche für eine Gruppe seit Beginn der Luminate-Erfassung 1991. Das Album debütierte auf Platz 1 der Billboard 200 und brach nebenbei den Streaming-Rekord für das meistgestreamte K-Pop-Album an einem einzigen Tag.
04
Album
Foto: Justin Higuchi / CC BY 2.0
Jessie Ware tanzt mit Morricone in den Sommer
Am 17. April erscheint „Superbloom“, Jessie Wares sechstes Album. Produzenten: James Ford, Stuart Price, Karma Kid. Lead-Single „I Could Get Used to This“ (Xenomania) ist Disco-R&B mit Streichern, die zweite Single „Ride“ interpoliert Ennio Morricone und klingt wie ein Western auf der Tanzfläche. Ware arbeitet seit „What’s Your Pleasure?“ konsequent an ihrem Disco-Universum. „Superbloom“ klingt nach dem nächsten logischen Schritt: gleiche Richtung, größerer Raum.
05
Album
Foto: Raph_PH / CC BY 2.0
Arlo Parks’ drittes Album ist da
„Ambiguous Desire“ ist seit dem 3. April draußen. Arlo Parks’ drittes Album entstand in nächtlichen Sessions in LA, Greenpoint und London, produziert von Paul Epworth, Buddy Ross und Andrew Sarlo. Vier Singles liefen voraus: „2Sided“, „Heaven“, „Get Go“, „Beams“. Zwölf Tracks, die zwischen Indie-Pop, R&B und etwas Dunklerem pendeln. Mit 24 hat Parks bereits mehr Alben als manche Bands in ihrer gesamten Karriere.
Post von Paula
Scritti Politti — der Typ, der Derrida in den Pop geschmuggelt hat
Am 10. April erscheint das Remaster von „Songs to Remember“, dem Debüt von Scritti Politti aus dem Jahr 1982. Neu aufgelegt über Rough Trade, remastert in den Abbey Road Studios, persönlich beaufsichtigt von Green Gartside. Und ich sitze hier und versuche, Leuten zu erklären, warum das wichtig ist.
Scritti Politti hatten Anfang der Achtziger eine Phase, die es so kein zweites Mal gab. Gartside kam aus der DIY-Post-Punk-Szene — selbstgepresste Kassetten, handkopierte Liner Notes, das ganze Programm. Und dann hat er sich hingesetzt und beschlossen, Lover’s Rock, Soul und frühen Hip-Hop zu machen. Mit Texten, die Nietzsche und Derrida referenzieren. Über Beats, zu denen man tanzen kann.
Das klingt auf Papier nach einem Witz. Auf Platte klingt es nach dem besten Pop, den die frühen Achtziger hervorgebracht haben. „The ‘Sweetest Girl’“ allein ist ein perfekter Song: Reggae-Rhythmus, politischer Text, und eine Melodie, die drei Tage im Kopf bleibt.
Das Remaster kommt auf farbigem Vinyl und CD. Ich würde sagen: Wer nicht weiß, wo Indie-Pop angefangen hat, sollte hier anfangen. Nicht bei den offensichtlichen Verdächtigen.
— Paula
Foto: Ungry Young Man / CC BY 2.0
06
Comeback
Foto: Epa101 / CC0
Dillinger Four melden sich nach 18 Jahren zurück
Am 1. April haben Dillinger Four „Don’t Happy Be Worry“ veröffentlicht — kein Aprilscherz, sondern der erste neue Song seit „Civil War“ von 2008. Achtzehn Jahre Pause. Gitarrist Erik Funk sagt, die Band habe nie aufgehört zu schreiben, nur aufgehört, Sachen fertig zu machen. Kinder, Jobs, das Leben halt. Der Song klingt nach Buzzcocks durch einen Minneapolis-Filter: Power-Pop-Melodie über Punk-Tempo. Ein Album ist nicht offiziell angekündigt, aber laut Band gibt es einen „stack of new stuff“.
07
Album
Foto: Elekes Andor / CC BY-SA 4.0
Holly Humberstone taucht ab in viktorianische Fantasien
Holly Humberstones zweites Album „Cruel World“ erscheint am 10. April über Polydor. Zwölf Songs, geschrieben in täglichen Sessions mit Produzent Rob Milton, über Liebe als Kraft, die gleichzeitig erden und destabilisieren kann. Die visuelle Welt des Albums entstand mit ihrer Schwester Eleri: viktorianisches Theater, Brüder Grimm, Kindheitserinnerungen. Singles bisher: „Die Happy“, „To Love Somebody“, „Cruel World“. Im Frühjahr UK und Europa, danach Coachella und Governors Ball.
Zitat der Woche
„It takes me back to my schooldays, in some ways, because before there was Genesis we were effectively trying to be songwriters more than musicians — pop songs or soul/R&B songs. I think this song connects me back to some of those roots.“
Peter Gabriel über „Till Your Mind Is Shining“ (petergabriel.com, April 2026)
Neu auf as.if.radio
Jessie Ware — I Could Get Used to This
the.noise — wöchentlich auf as.if.records/sounds






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