Tori Amos und die Drachen
Tori Amos hat ihr 18. Studioalbum veröffentlicht. „In Times of Dragons" ist ein Konzeptalbum über den Kampf zwischen Demokratie und Tyrannei — verpackt in eine Fantasy-Geschichte mit Drachen, Dämonen, einer schwulen Hexe und einer lesbischen Motorradgang.
Klingt nach viel. Ist es auch. 17 Songs, 76 Minuten, und Amos meint jede einzelne davon. Die Kritiken sind gespalten — Pitchfork gibt 6.8, Rolling Stone 3.5 von 5, AllMusic spricht von „emotionally heavy, often devastating". Das Problem mit Tori Amos 2026: Wer sie liebt, liebt auch die Übertreibung. Wer nicht, schaltet nach vier Songs ab.
Ich finde es mutig. Nicht weil politische Musik per se mutig wäre — das ist sie seit Woody Guthrie. Sondern weil Amos sich weigert, subtil zu sein. Sie will, dass du verstehst, worum es geht. Keine Metaphern, hinter denen man sich verstecken kann. Na gut, Drachen-Metaphern. Aber die sind so transparent, dass sie fast schon wieder direkt sind.
Was mich daran stört: Es ist lang. Zu lang. Bei zehn Songs wäre das ein besseres Album. Aber Tori Amos kürzt nichts, hat sie noch nie. Und vielleicht ist genau das der Punkt.
— Paula
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