Espresso Martini selber machen — das Rezept mit Schwarzes Gold
Drei Zutaten, fünf Minuten, null Ausreden. Der Espresso Martini mit Schwarzes Gold Kaffeelikör — das Rezept, das du brauchst.

Wer Espresso Martini bestellt, bekommt in den meisten Bars einen Drink, der mehr nach Zuckersirup schmeckt als nach Kaffee. Für 14, 16, manchmal 18 Euro. Das liegt selten am Barkeeper und fast immer am Kaffeelikör, denn die gängigen Marken bringen so viel Süße mit, dass vom Espresso nicht mehr viel übrig bleibt.
Der Drink geht auf Dick Bradsell zurück, der ihn 1983 in Fred's Club in Soho erfand. Ein Model wollte „something that wakes me up, then fucks me up", Bradsell hatte eine Espressomaschine neben seiner Station stehen, griff zum Vodka und improvisierte. Das Original hieß „Vodka Espresso" und wurde on the rocks in einem Tumbler serviert. Erst Jahre später wanderte der Drink in die Coupette und bekam den Namen, unter dem ihn jede Cocktailkarte der Welt führt.
Was die meisten Rezepte im Internet auslassen, ist die Frage nach dem Kaffeelikör. Dabei entscheidet genau der darüber, ob dein Espresso Martini nach Kaffee schmeckt oder nach braunem Sirup. Wir nehmen Schwarzes Gold, einen Coldbrew-Likör aus Köln mit rund 13 Gramm Zucker pro 100 ml. Er gehört zum Kölner Schnapskartell, einer Gruppe lokaler Spirituosen aus Köln. Zum Vergleich: Kahlúa bringt etwa 44 Gramm Zucker mit. Das ist nicht nur dreimal so viel, das schmeckt man auch dreimal so deutlich. Deshalb nehmen wir hier bewusst etwas mehr Likör als üblich (20 ml statt 15 ml), weil das Verhältnis trotzdem stimmt und die Kaffeenote so richtig durchkommt.
Was du über die Zutaten wissen musst
Der Vodka ist die unauffälligste Zutat im Glas. Er gibt Struktur, aber keinen eigenen Geschmack, und deshalb muss er auch nicht teuer sein. Ketel One, Absolut, irgendein polnischer Vodka, den du im Regal stehen hast. Was wirklich zählt, ist der Espresso, und zwar frisch und heiß. Die Crema, also die bräunliche Schicht oben auf dem Espresso, ist das, woraus später der Schaum auf deinem Drink wird. Ohne Crema, kein Schaum. So einfach ist das.
Wer keine Espressomaschine hat: Eine Bialetti liefert starken Kaffee, der gut genug funktioniert. Im Notfall gehen auch zwei gehäufte Teelöffel Instant-Espresso auf 30 ml kochendes Wasser. Was nicht funktioniert, ist der kalte Rest von heute morgen oder Filterkaffee. Beides zu dünn, beides zu wenig Crema.
Zubereitung: Schritt für Schritt
Zuerst einen doppelten Espresso brühen, frisch und heiß. Dann Vodka, den Espresso und Schwarzes Gold in den Cocktailshaker geben. Zuckersirup ist optional. Probier den Drink erstmal ohne, denn der Likör bringt genug Süße mit, und wenn es dir nicht reicht, kannst du beim nächsten Mal nachlegen.
Shaker komplett mit Eis auffüllen und mindestens 15 Sekunden richtig hart shaken. Nicht vorsichtig, nicht elegant, sondern so, dass es laut wird und sich der Shaker außen eiskalt anfühlt. Der Schaum entsteht durch den Temperaturschock zwischen dem heißen Espresso und dem kalten Eis. Wenn sich außen nichts tut, war es zu kurz.
Durch ein Barsieb in eine vorgekühlte Coupette abseihen. Ein Teesieb als zweites Sieb dazwischenhalten, das hält die letzten Eisstückchen und den Kaffeesatz zurück. Drei Kaffeebohnen auf den Schaum legen. Das kommt aus der italienischen Sambuca-Tradition: Gesundheit, Reichtum, Glück. Ob das funktioniert, kann keiner sagen, aber es sieht gut aus.
Espresso Martini
Frischer Espresso, Vodka und Coldbrew-Likör. Fünf Minuten, ein Shaker, kein Zuckersirup nötig.
Zutaten
Zubereitung
- Einen doppelten Espresso frisch brühen. Muss heiß sein, die Crema ist die Grundlage für den Schaum.
- Vodka, den heißen Espresso, Schwarzes Gold und optional Zuckersirup in den Shaker geben. Mit viel Eis auffüllen.
- Mindestens 15 Sekunden kräftig shaken. Der Temperaturschock zwischen heißem Espresso und kaltem Eis erzeugt den Schaum.
- Durch ein Barsieb und ein feines Sieb in eine vorgekühlte Coupette abseihen.
- Mit drei Kaffeebohnen garnieren.
Was dazu passt
Der Espresso Martini ist im Grunde ein Dessert im Glas, deshalb lohnt es sich, beim Essen in die gleiche Richtung zu denken. Dunkle Schokolade ab 70 % spiegelt die Kaffeenoten, Cantuccini sind dezent genug, um nicht zu konkurrieren. Wer Gäste beeindrucken will, ohne eine Stunde in der Küche zu stehen: ein Stück Tarte au Chocolat vom guten Bäcker nebenan.
Als Digestif danach passt ein Schwarzes Gold pur auf Eis. Oder einfach ein Glas Wasser, denn die Kombination aus Vodka und Koffein suggeriert einem gerne, dass der Abend noch jung ist, auch wenn er das vielleicht nicht mehr ist.
Dazu läuft Khruangbin, wenn es entspannt bleiben soll. Sade, wenn es ein Date ist. as.if.radio, wenn man sich nicht entscheiden will und einfach jemand anders die Musik machen lassen möchte. Und wenn die Nacht erst anfängt, die Late Night Espresso Playlist auf Spotify.
Variationen
Wenn der Schaum nicht kommt
Liegt fast immer am Kaffee. Nur frisch gebrühter Espresso mit Crema liefert genug Proteine und Öle für stabilen Schaum. Wer trotzdem Probleme hat, gibt ein halbes Eiweiß in den Shaker und shakt erst ohne Eis (dry shake), dann mit Eis nochmal. Das ergibt eine dichtere Schaumschicht, allerdings verändert es auch die Textur ein wenig. Muss man mögen.
Im Sommer
Gleiche Zutaten, aber statt in der Coupette über Crushed Ice in einem Tumbler servieren und kräftig umrühren. Sieht weniger nach Cocktailbar aus, schmeckt aber bei 30 Grad besser als die elegante Version.
Ohne Alkohol
60 ml starken Cold Brew, 15 ml Vanillesirup und einen Schuss Kaffee-Sirup (z.B. Monin Espresso) für mehr Tiefe. Kräftig mit Eis shaken. Der Schaum wird nicht ganz so stabil wie mit Alkohol, aber der Drink steht für sich.
Für mehrere Gäste
Vodka und Schwarzes Gold kann man vorab zusammenmischen und kaltstellen. Pro Drink dann nur noch den frischen Espresso dazugeben und shaken. Das geht schnell und man steht nicht den ganzen Abend hinter der Küchenzeile. Der Espresso muss allerdings wirklich frisch sein, sonst hat man am Ende fünf flache Drinks ohne Schaum. Wer das Ganze lieber einmal richtig lernen will, bevor die Gäste kommen: Bei unseren Cocktailkursen mixen wir unter anderem den Espresso Martini und erklären, warum man so und nicht anders schüttelt.
Häufige Fragen
Welchen Kaffeelikör nimmt man für Espresso Martini?
Einen klaren Kaffeelikör, keinen Sahnelikör. Schwarzes Gold eignet sich gut, weil er auf echter Coldbrew-Basis hergestellt wird und mit rund 13 g Zucker pro 100 ml nur ein Bruchteil so süß ist wie Kahlúa (ca. 44 g). Im fertigen Drink merkt man das sofort, weil der Espresso nicht von Süße überdeckt wird.
Wie bekommt man den Schaum hin?
Drei Dinge müssen stimmen: Der Espresso muss frisch und heiß sein, er muss sofort in den Shaker, und es muss mindestens 15 Sekunden wirklich hart geschüttelt werden. Die Crema des Espressos und der Temperaturschock erzeugen zusammen den Schaum. Wer mehr Schaum will, gibt ein halbes Eiweiß dazu und macht erst einen Dry Shake ohne Eis.
Geht das ohne Espressomaschine?
Ja. Die Bialetti (Moka-Kanne) ist die beste Alternative, weil sie starken Kaffee mit etwas Crema liefert. Instant-Espresso (2 TL auf 30 ml heißes Wasser) geht zur Not auch, liefert aber weniger Schaum. Filterkaffee oder kalter Kaffee funktioniert nicht.
Ist der Espresso Martini vegan?
Ja. Vodka, Espresso und Schwarzes Gold Kaffeelikör sind pflanzlich.
Lust bekommen?
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